Christian Meyer
Spiritueller Lehrer & Diplom-Psychologe
Geboren 1952, sozialisiert in den späten 68er-Zeiten: Stand für ihn von Anfang an die Frage: Wo liegen die Grenzen menschlicher Entwicklung? Was ist das menschliche Potenzial? So studierte er zunächst Sozial- und Wirtschaftswissenschaft, dann auch Psychologie, fasziniert von den Errungenschaften der humanistischen Psychologie in den 60er und 70er Jahren, die nicht nur Persönlichkeitsentwicklung, sondern auch Emanzipation und Befreiung, Authentizität statt Entfremdung lehrte.
So lernte er die verschiedenen psychologischen Wege des Wachstums in der Tiefenpsychologie, der Körperarbeit, der Trance-Arbeit und vor allem der Gestalt-Arbeit. Es folgten einige Jahre Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten, und er begann, Menschen therapeutisch zu begleiten.
Seine Suche endete erst, als er 1998 seinen letzten Lehrer Eli Jaxon-Bear – in der Tradition von Sri H.W.L. Poonjaji und Ramana Maharshi – traf, und seine wahre Natur erkannte. Seitdem arbeitet er als spiritueller Lehrer in vielen deutschen und auch ausländischen Städten. Das Wichtigste für ihn: nicht nur über Erleuchtung zu reden, sondern Menschen darin zu unterstützen, Erleuchtung, das Aufwachen, zu realisieren.
6 Quellen der Spiritualität
„Seit 1980 habe ich die Antwort gesucht auf die Frage: was gibt es in der Psychologie und den verschiedenen spirituellen Wegen, das dem Menschen wirksam hilft, zu wachsen und aufzuwachen, Erleuchtung zu finden.“ Zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis die Antwort gefunden war: „7 Schritte zum Aufwachen“. Eine Spiritualität, die das Beste der Psychologie und die Arbeit auf der Ebene des Körpers der Seele und des Geistes einbezieht. Eine Spiritualität, die zutiefst der Tradition verpflichtet ist. Die Bedeutung des spirituellen Lehrers, seine Aufgabe, Einsichten zu vermitteln, nicht intellektueller Einsichten, sondern Einsichten als reale innere Erfahrungen und Energie zu übertragen. Mit dem nie endenden Dank an meinen wichtigsten Lehrer, Eli Jaxon-Bear, mit tiefster Dankbarkeit gegenüber Ramana Maharshi, der von der traditionellen tiefen Spiritualität Indiens die Brücke geschlagen hat in die Neuzeit hinein. Dann wurde mir zusätzlich die Spiritualität des Abendlandes, des Westens wieder deutlicher und wichtiger: das Erbe der Psychologie und das Erbe der christlichen Mystik. Man kann die Tradition ehren, und dennoch verschiedene Quellen zusammenführen. Zu einer Spiritualität, die erstaunlich klar und wirksam wird."
1 Spiritualität & Psychologie
Das Wahre Selbst entdecken

Karen Horney entdeckte in den 40er Jahren das Falsche Selbst, bestimmt von den Rollen und der Fassade, von den Erwartungen und den „Solltes“ als DIE Grundlage der Neurose und der menschlichen Selbst-Entfremdung. Das Wahre Selbst zu entdecken und zu realisieren, das war das Ziel. Zu ihrem Sunday-Evening- Dinner brachte sie den großen Zenlehrer Daisetsu Teitaro Suzuki, den bedeutenden Theologen Paul Tillich, den Gründer der Gestalttherapie Fritz Perls, Erich Fromm, Begründer der transpersonalen Psychologie Abraham Maslow und andere zusammen. Sie wolle mit der Realisierung des wahren Selbst dasselbe erreichen, das der Zen mit dem Satori, also mit der Erleuchtung erreichen wollte. 40 Jahre später schrieb Carl Rogers, dass er die spirituelle Dimension ganz zu Unrecht in seiner personzentrierten Therapie unberücksichtigt gelassen habe, und Abraham Maslow erweiterte die Pyramide menschlicher Bedürfnisse um die Transzendenten Bedürfnisse an der Spitze. Fritz Perls betrachtete die Gestalttherapie auch als eine Methode um Erleuchtung zu finden. Carl G. Jung hatte einen ganz anderen Weg zum Selbst und zur Erleuchtung. Es ist so wertvoll, dieses abendländische Erbe lebendig zu halten. Diese Psychologie bereichert unser Verständnis von Spiritualität. Es macht sie ganzheitlicher, vollständiger.
2 Advaita & Ramana Maharshi
Sei still

Der große Weise Ramana Maharshi, manche nennen ihn den größten Weisen der indischen Neuzeit oder den größten spirituellen Lehrer, der je auf der Erde war, wachte als 16-jähriger Schuljunge auf. Seine Geschichte ist lehrreich: Eines Nachmittags hatte er die Anwandlung, dass er jetzt gleich sterben würde. So legte er sich hin und wollte genau entdecken, was während des Sterbens geschieht. Die Zukunft, die er zuvor noch hatte, verschwand in ein Nichtwissen, Pläne und Absichten wurden losgelassen. So versank auch die Vergangenheit in die Leere, nichts musste mehr weitergeführt, wieder gutgemacht oder repariert werden. Er wurde vollständig eins mit der Gegenwärtigkeit, und es öffnete sich die Tür zur Unendlichkeit, zu Leere, Bewusstsein, Liebe. Und so begann er auf eine vollkommen neue Weise zu lehren: „Höre auf mit den Übungen – und frage dich stattdessen, wer ist das, der da übt.“ Genauer: Höre mit allen Übungen auf, die die Struktur haben, „ich tue etwas, um etwas zu bewirken“. Stattdessen loszulassen, geschehen zu lassen, „meine ganze Methode lässt sich zusammenfassen: Sei still." Infolge wachten über seinen wichtigsten Schüler H.W.L. Poonjaji viele Menschen auf, wovon einige dann spirituelle Lehrer wurden. Eli Jaxon-Bear war der erste, der Poonjaji und das Aufwachen im Westen bekannt machte.
3 Das Aufwachen & Eli Jaxon-Bear
Zeitgenössische Spiritualität

Eli Jaxon-Bear war Psychotherapeut und Enneagramm-Lehrer, traf dann Poonjaji und war in den 90er Jahren der erste spirituelle Lehrer, der die moderne zeitgenössische Spiritualität verkörperte, die nicht mehr einer einzigen Weltanschauung oder Religion folgte, sondern gleichzeitig das moderne psychologische Wissen nutzte. Im Unterschied zu anderen Lehrern lehrte Eli das Enneagramm als ein spirituelles und nicht nur als ein psychologisches Werkzeug. Er löste eines der wichtigsten Probleme des spirituellen Weges, das bereits Osho benannt hatte, nämlich dass man sich in der Meditation durch das Beobachten vom inneren Erleben noch mehr entfremdet, als man es ohnedies schon ist. Das macht nicht nur unlebendig, sondern steht auch der Erleuchtung im Wege. Eli fand heraus, dass weder das Dissoziieren wie in der Meditation noch das Ausagieren wie in der humanistischen Psychologie und Therapie, sondern etwas ganz anderes zum Erfolg führt: Alles, was auftaucht anzunehmen und zu fühlen und damit nichts zu machen. Eine einzigartige Lösung, ein Meilenstein für alle spirituellen Wege war gefunden. Eli war der wichtigste Lehrer von Christian Meyer.
4 Das Enneagramm
Das Enneagramm

Das Enneagramm ist eine sehr alte spirituelle Lehre zur Selbsterkenntnis. Bei dem Wüstenvater Euagrios Pontikos sind schon im 4. Jahrhundert die Grundzüge der Enneagramm-Arbeit klar dargestellt („Über die acht Gedanken“,). Dann brachte Gurdjeff das Enneagramm aus der Tradition der Sufis in den Westen, Claudio Naranjo schließlich verband die Weisheit des Enneagramms mit der Tiefenpsychologie Karen Horneys, Eli Jaxon-Bear lehrt – wie ursprünglich – das Enneagramm als ein spirituelles Werkzeug von ihm hat Christian Meyer es gelernt. Richtig genutzt, ist es mit den neun Charakter-Fixierungen ein sehr kraftvolles Werkzeug der Selbsterkenntnis und der Öffnung zum Aufwachen.
5 Christliche Mystik & Spiritualität
Die innere Erfahrung des Göttlichen

Was die christliche Mystik und Spiritualität will: die Vergöttlichung des Menschen, die Illuminatio, die Erleuchtung – als Sinn und Ziel des Lebens. Für Meister Eckhart, Johannes Tauler, für Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz und viele, viele andere war Gott nicht nur fern, sondern zugleich ganz nah, näher als ihre eigene Halsschlagader. Den verschiedenen Strömungen war gemeinsam, dass sie die innere Erfahrung des Göttlichen anstrebten, dass sie als „Ebenbild Gottes“ mit ihm Einswerden wollten. Die christliche Mystik betont die innere Haltung als Voraussetzung für das Aufwachen: einer Haltung der Ichlosigkeit und der Öffnung für die Liebe und die Hingabe. Am konkretesten wurde dieser innere Weg bei Meister Eckart und Johannes Tauler beschrieben: Es geht nicht darum etwas einzuüben, sondern alles loszulassen, sich buchstäblich in die eigene innere Tiefe hineinfallen zu lassen. Nicht in der Meditation sich durch bloßes Beobachten vom Erleben zu dissoziieren, sondern alles auftauchen zu lassen, ohne damit etwas zu tun. „Ohne etwas zu wollen, ohne etwas zu wissen“ – das heißt, ohne Konzept – ohne etwas zu haben – ohne Gedanken, ohne Geschichte, ohne innere Reichtümer. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Meister Eckhart bei Zenbuddhisten sehr beliebt ist und dass die Arbeit von Johannes Tauler überraschend modern oder vielmehr als zeitlos anzusehen ist.
6 Yoga & der Körper
Spiritualität ohne Leiblichkeit?

Das Loslassen, das zum Aufwachen führt, schließt einen gelösten Atem und einen Körper ohne Muskel-Panzer ein. Wie überall in der Spiritualität gibt es hier eine Richtung, die auf immer vollständigere Kontrolle des Körpers abzielt (in der traditionellen Spiritualität des Ostens sicher Mainstream) und eine ganz andere Richtung, die auf Geschehenlassen, Lösen und Loslassen abzielt. Christians früherer Lehrer war Leland Johnson, ein Schüler von Fritz Perls und auch von Muktananda in der Linie des Siddha-Yoga. Auf dieser spirituellen und psychotherapeutischen Basis entwickelte Leland Johnson seine Gestalt-Körpertherapie. Wahrscheinlich die Körperarbeit, die zur spirituellen Seite des Menschen am besten passt. Das Lösen des Körpers gehört zum Weg des Aufwachens, und das geschieht in erster Linie durch eine Lösung der Gefühle und der Verspannungen und Blockierungen. Dann geschehenlassen. Yoga hilft, den Körper gelöst zu halten. Es hat mit dem Aufwachen nur ganz indirekt zu tun. Aber gerade durch moderne Traumatherapie ist der Körper auf eine neue Weise wieder wichtig geworden. Gut, wenn man die klassischen reichianischen Formen der Körperarbeit auch einbezieht.
Aufwachen, das Jetzt geschieht
Erfahrungsberichte von Retreat-Teilnehmenden. Auf YouTube findest du eine große Auswahl an Testimonials, Mitschnitten aus den Retreats, Interviews und Anleitungen.